Freilerner werden…

Freilernen ist …weit mehr, als nur eine neue Lernmethode! Es ist für uns eine Lebenshaltung!

(freilerner.at)
Wir empfehlen euch die Seite und den Verein www.freilerner.at - wir haben die Texte aber auch unten eingefügt 

Was ist Freilernen?

Freilernen (oder Unschooling) bezeichnet ein vom jungen Menschen selbstgesteuertes Lernen in seinem jeweiligen Lebensumfeld, im Unterschied zum Schulunterricht und zur klassischen Form des Hausunterrichts (oder Homeschooling). Bei dieser Art des Lernens gibt es daher keinen geplanten Unterricht oder bestimmte Zeiten am Tag, für die schulähnliche Aktivitäten vorgeschrieben sind. Im Wissen, dass Lernen und Bildung immer und überall stattfinden und an keinen Ort und keine Institutionen gebunden sind, erfolgt das Lernen hier nicht durch extrinsische, sondern ausschließlich durch intrinsische Motivation. Der junge Mensch entscheidet selbst, welchen Interessen er wann nachgeht.

„Wir sorgen uns, was morgen aus unserem Kind werden wird, 
dabei vergessen wir, dass es heute schon jemand ist.“
(Stacia Tauscher) 

Beim Freilernen geht es also nicht um ein weiteres pädagogisches Regelwerk, sondern um einen anderen Blick auf das Lernen als höchstpersönliches und natürliches Bedürfnis jedes Menschen und gleichzeitig eine andere Haltung gegenüber dem Kindals gleichwertiger und gleichwürdiger Mitmensch.

Das bedeutet, die spontanen Bedürfnisse, Emotionen und Äußerungen des Kindes genauso ernst zu nehmen wie jene Erwachsener oder die eigenen und an den sich daraus ergebenden Situationen gemeinsam zu wachsen. Getragen vom Vertrauen, dass jeder junge Mensch wiss- und lernbegierig die Welt entdecken und verstehen und im ständigen Spiel seine Gaben und Potentiale zur Entfaltung bringen will, verstehen sich die Eltern und anderen Bezugspersonen als Unterstützer und Begleiter der Lernprozesse, ohne diese bewerten oder lenken zu wollen.

WARUM Freilernen?

  • Weil es die natürlichste und selbstverständlichste Art und Weise ist, Erfahrungen zu sammeln, daraus zu lernen, daran zu wachsen und Wissen zu erschaffen.
  • Weil jeder Mensch von Geburt an frei-lernt und daher „weiß, wie es geht“.
  • Weil wir frei-lernend mit uns selbst verbunden bleiben, unsere Grenzen spüren können und so viel besser in der Lage sind, unsere Potentiale zu entfalten.
  • Weil Menschen, die in ihrem Tun und in ihrem ganz eigenen Sein respektiert werden auch andere Lebewesen – Menschen, Tiere, die lebendige Umwelt – in ihren jeweiligen Bedürfnissen respektieren und wertschätzen.
  • Weil dies die nachhaltigste Lebensgrundlage für ein positives, sinnerfülltes Leben ist.
  • Weil wir dadurch glücklicher und zufriedener leben!

„Vertrauen erzeugt Vertrauenswürdigkeit.
Eigeninitiative und alle anderen Eigenschaften, die davon abhängen, kann ein Kind nur unter der Bedingung von Freiheit entwickeln.“

(Peter Gray, Entwicklungspsychologe, geb. 1944)

DARF man das denn?

Die Rechtslage zum Freilernen ist in verschiedenen Staaten sehr unterschiedlich.

  • In manchen Staaten ist die Bildung außerhalb der Institution Schule der anerkannte „Normalzustand“: Wenn zB. in England ein junger Mensch nicht aktiv an einer Schule angemeldet wird, kann er sich ohne weitere Hindernisse frei und eigenverantwortlich bilden, ohne dass ein Lehrplan, Überprüfungen oder dergleichen vorgeschrieben wären.
  • Manche Staaten unterstützen die Familien dafür sogar finanziell (z.B. Kanada).
  • In anderen Staaten hingegen wie zB. in Deutschland herrscht Schulanwesenheitspflicht und diese wird mit allen Mitteln der Staatsgewalt – bis hin zum Entzug der Obsorge – durchgesetzt.

In diesem Informationsblatt sind die Rahmenbedingungen in einigen Staaten mit offenem Bildungssystem sowie statistische Erfahrungen und Resultate zusammengefasst.

Österreich ist in diesem Spektrum im hinteren Mittelfeld angesiedelt. Einerseits ist der sogenannte „häusliche Unterricht“ seit den Zeiten der Monarchie als Grundrecht im Verfassungsrang gesichert (Art. 17 Staatsgrundgesetz über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger(a)). Andererseits ist auch eine 9-jährige Schulpflicht in Artikel 14 Abs. 7a Bundes-Verfassungsgesetz(b) verankert.

Auf einfachgesetzlicher Ebene regelt § 11 Schulpflichtgesetz(c) die Voraussetzungen für die Erfüllung der Schulpflicht durch die Teilnahme an häuslichem Unterricht (bzw. am Unterricht an einer Privatschule ohne Öffentlichkeitsrecht). Demnach ist der häusliche Unterricht jeweils zum Ende des vorangehenden Schuljahres (noch vor Beginn der Sommerferien) anzuzeigen, und der zureichende Erfolg ist jährlich vor Schulschluß durch eine Prüfung „an einer im § 5 genannten entsprechenden Schule“ nachzuweisen.

Welche Schulen damit vom Gesetzgeber gemeint sind, wird unterschiedlich interpretiert. Die Schulbehörden verstehen darunter ausschließlich öffentliche Schulen, obwohl §4 Schulpflichtgesetz(d) festhält, dass unter den in §5 genannten Schulen auch mit dem Öffentlichkeitsrecht ausgestattete Schulen zu verstehen sind. Würden sich die Schulbehörden daran halten, so könnten die Prüfungen z.B. auch an jenen Privatschulen mit Öffentlichkeitsrecht, die das gleiche pädagogische Konzept des Freilernens anwenden, abgelegt werden.

Festzuhalten ist aber bedauerlicherweise, dass die Schulbehörden derzeit darauf bestehen, dass die Prüfungen nur an öffentlichen Schulen abgelegt werden können und daher auch der allgemeine öffentliche Lehrplan einzuhalten ist. Bedenken, dass dieses Vorgehen der Schulbehörden das verfassungsgesetzlich gewährleistete Grundrecht auf häuslichen Unterricht verletzt, wurden vom Verfassungsgerichtshof bislang nicht geteilt.

Vor diesem Hintergrund ist festzustellen, dass Freilernen – ohne das Korsett eines vorgeschriebenen Lehrplans und ohne eine erzwungene Beurteilung durch Außenstehende – derzeit in Österreich rechtlich nicht möglich ist.

Von einer finanziellen Gleichstellung gegenüber Privatschulen oder gar öffentlichen Schulen oder einer sonstigen aktiven öffentlichen Förderung dieses erwiesenermaßen bewährten Bildungsweges kann leider gar keine Rede sein.

Aus diesem Grund hat sich im Sommer 2013 die Initiative Freilernen 2013 gebildet, die sich zum Ziel gesetzt hat, dass Freilernen/Frei-Sich-Bilden/Unschooling in Österreich als gleichwertige Bildungsform anerkannt wird. Nach der Neupositionierung des Vereins 2015 trägt nun der ganze Verein die Initiativenziele mit.

(a) Art. 17 Staatsgrundgesetz über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger

(b) Art. 14 Abs. 7a Bundes-Verfassungsgesetz

(c) § 11 Schulpflichtgesetz

(d) § 4 Schulpflichtgesetz

Alle Texte oben von (Freilerner.at)

Meine 4 eigenen AlmKinder sind eine Mischform aus Homeschooler und Freilerner.

Sie entscheiden frei was sie machen wollen, machen keine Prüfungen – ich gebe ihnen aber Impulse, um die Fragen überhaupt aufzuwerfen.

Meine Zukunftsvision besteht darin, dass die Leute nicht mehr Prüfungen ablegen und aufgrund deren Ergebnisse von der Sekundarschule zur Universität wechseln; sondern dass sie als Einzelne von einer Stufe der Unabhängigkeit zu einer höheren gelangen, durch ihre eigene Aktivität, ihre eigene Willensanstrengung, worin die innere Entwicklung des Einzelnen besteht.“

Maria Montessori

Wie?

An mind. 183 Tage im Jahr nicht in Österreich sein – und den Hauptwohnsitz eines Elternteils und der schulpflichtigen Kinder ins Ausland verlegen. In Italien oder Großbritannien ist Unschooling offiziell erlaubt, es müssen keine Prüfungen abgelegt werden.

Es gibt aber verschiedene Experten auf dem Gebiet und mehrere Wege! Wir empfehlen auch Freilerner / Unschooling / Deschooling Gruppen auf Facebook

Vertiefende Infos

Was wird aus Freilernern wenn sie erwachsen sind? Im Jahr 2011 führte Dr. Peter Gray zusammen mit seiner Kollegin Dr. Gina Riley eine Studie unter Eltern von freilernenden Kindern durch (232 Teilnehmer)


Erfahrungensberichte auf Freilerner.at


Welche Zukunftschancen haben Freilerner?


Freilernen: 8 Argumente dagegen


André Stern – von einem der nie in die Schule ging


Gerald Hüther: Schule und Gesellschaft – die Radikalkritik (schaut gern auf YouTube mehr von ihm an – alles spannend!)


Freilerner – die 10 größten Irrtümer